Ganzheitliches Gedächtnistraining für Gebärdensprachdolmetscher
Dolmetscher brauchen ein ausgezeichnetes Gedächtnis. Zum einen werden hohe Anforderungen an das Kurzzeitgedächtnis gestellt, denn sie müssen erfassen, verstehen, speichern und reformulieren und das nicht nacheinander, sondern-zumindest beim Simultandolmetschen-gleichzeitig. Ein gut trainiertes Kurzzeitgedächtnis ermöglicht dem Dolmetscher, einen ausreichend großen zeitlichen Abstand von mehreren Sekunden bis zu mehreren Minuten zu halten, um die Äußerung korrekt und kulturell adäquat zu verdolmetschen.
Auch das Langzeitgedächtnis ist an einer guten Dolmetschleistung beteiligt: Dort liegt unser Vokabular beider Arbeitssprachen, unser Allgemein- und Fachwissen, das uns beim Dolmetschen hilft, komplexe Zusammenhänge zu verstehen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die passende Übersetzung zu produzieren.
Durch einen kontinuierlichen Wissenszuwachs in möglichst vielen Themenbereichen und die Fähigkeit, gespeichertes Wissen im richtigen Moment schnell abrufen zu können, lässt sich so manche Hürde im Dolmetsch-und Übersetzungsprozess meistern.
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Gedächtnistraining und
Gebärdensprachdolmetschen
Michaela Matthaei